Es gibt viel über Materialismus zu sagen, es ist ein so geläufiges Wort, ein Weg, um ein Gespräch und Smalltalk auf einer Veranstaltung zu führen – wer ist wer, wer hat was, wie viel Geld hat man angehäuft. Ein Wort, das so viel Aufschluss über die Lebensweise und das Verhalten der Menschen gibt, wer reich,

Europäische Brüderschaft

Ich möchte einige Gedanken zu einem sehr sensiblen und unbequemen Thema darlegen, ich kann nicht länger darum herumreden. Ich weiss, dass ich mich in Acht nehmen muss, aber wie sehr? Wenn es um den Krieg in der Ukraine geht, herrscht ein gewisses Schweigen, selbst ich als Schwarze Frau habe mich beinahe an der Heuchelei und

Reflexionen über meinen Weg

Diese Kolumne zu schreiben, war für mich bisher im gleichen Masse ein Vergnügen und eine Qual: Nicht nur, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen, sondern diese Gedanken auch noch über die vergangenen zehn Monate in einem so öffentlichen Medium wie der Fabrikzeitung zu veröffentlichen. Ich möchte kurz in meine Jugend abschweifen, eine Schwarze Jugend im London

Schwarze Erfahrungen mit der Schweizer Polizei

Um ehrlich zu sein, wollte ich nicht über Polizeigewalt schreiben. Ich wollte mich damit nicht auf Papier auseinandersetzen müssen. Diese schmerzhafte, unschöne Realität; so sehr ich versuche, sie zu vergessen oder zumindest tief in meinem Kopf zu vergraben, werde ich doch täglich mit ihr konfrontiert – in meinem Zuhause, auf der Strasse, im Fernsehen, in

Womanismus, Feminismus und Frau-Sein

Ich habe mich oft gefragt, was Feminismus eigentlich ist. Für viele Frauen ist das ein empfindliches Thema, egal ob sie Feministinnen sind oder nicht. Ich wurde schon oft als Feministin bezeichnet und allein beim Verfassen dieses Texts erschleicht mich schon wieder das Gefühl, dass ich mich damit in Teufels Küche bringen könnte. Schwarze Frauen meiner

Black Religion

Für viele Schwarze ist Religion ihr Ein und Alles. Religion kommt vor Sex, vor Familie, vor Arbeit und, zu einem gewissen Grad, auch vor Geld. Wir leben Religion, wir lieben Religion.  Schwarze haben sich stets darauf verlassen, dass die Religion sie beschützt, ihnen beibringt, respektvoll zu sein, Empathie zu haben für andere, Verständnis und Toleranz

Warum die*der «erste Schwarze»?

Diese Frage ist schon lange überfällig: was hat es mit der*dem ersten Schwarzen auf sich? Denn was es bis heute auszusagen scheint ist, dass es sich hier um eine wahnsinnig grosszügige Geste handelt – zumindest für die weissen und Schwarzen Personen, die ganz aufgeregt werden, wenn sie von der ersten Schwarzen weiblichen «Secretary of State»

Armut

Armut ist eine Sünde, eine düstere Unterwelt, ein bedauernswertes Dasein. Sie ist Sklaverei, macht einen wertlos, zumzur Aussätzigen. Wir verwenden den Begriff Armut auf einer oberflächlichen Ebene; die meisten Menschen in der westlichen Welt verschreiben sich keiner tiefergehenden Reflexion. Wir haben ein Kurzzeitgedächtnis, wenn es um Armut geht, vermeiden sie mit allen Mitteln: Bloss nicht

Eine Frau als Herausforderung für die Männer

Herausforderung, was für ein Wort. Ein machtvolles Wort, wenn es darum geht, dass Frauen Männer herausfordern. Was für ein Kampf, was für eine Stärke wir haben müssen, um die Herausforderung anzunehmen, unseren rechtmässigen Platz in der Gesellschaft zu finden. Dass Frauen unterminiert und missverstanden werden, erleben wir in jedem Land und in jeder Kultur, in

Diversity

Was ist Diversity? Wenn wir uns das Wort vornehmen – was verstehen wir darunter? Ist es ein Modewort? Ist es eine Art auszudrücken, dass wir in einer modernen Gesellschaft leben? Die Schweiz ist hip, offen für alle, ein Land grosser Toleranz; warum sollte man das hinterfragen? Diversity ist jedoch kompliziert. Ihr schaut sie euch nur

From Black to White

Über viele lange Jahre war ich stimmenlos, staatenlos, nutzlos in den Augen der weissen privilegierten Schweizer Bevölkerung. Und auch heute noch fühle ich mich hier gelegentlich nicht willkommen und fast immer wie ein Mensch zweiter Klasse. Ich bin ausländisch und Schwarz, eine Unbeteiligte einer Farbe, die ich nicht einfach so ablegen kann. Ich habe mir